Wissenschaftliches Arbeiten: So gelingt dir langfristiger Erfolg in der Forschung

Langfristige Forschungsprojekte können überwältigend wirken. Egal, wie weit ein Abgabetermin entfernt ist, Arbeit sammelt sich oft bis zur letzten Minute.

Das liegt nicht an fehlender Motivation, sondern an der Komplexität des wissenschaftlichen Arbeitens.

In diesem Artikel erkläre ich, wie der Fokus auf Prozessziele statt auf reine Ergebnisziele dabei hilft, kontinuierlichen Fortschritt zu erzielen – selbst bei mehrjährigen Projekten.

Unterschied zwischen Prozess- und Ergebniszielen

Viele Forschende planen ausschließlich anhand von Ergebniszielen – zum Beispiel, ein Paper in drei Monaten einzureichen. Diese sind sogenannte Lag-Indikatoren: Sie zeigen den Fortschritt erst im Nachhinein.

In der Praxis funktioniert das selten, da Forschung selten linear verläuft.

Prozessziele hingegen sind Lead-Indikatoren: Sie steuern die Schritte, die den Fortschritt direkt vorantreiben – unabhängig vom Endergebnis.

Beispiel: Jeden Tag eine fokussierte Stunde schreiben. Das schafft eine verlässliche Routine, die dein Projekt kontrollierbar voranbringt.

  • Lead- vs. Lag-Indikatoren
    Lag-Indikatoren orientieren sich an Ergebnissen, wie einem fertigen Paper oder einer finalen Abgabe. Lead-Indikatoren sind prozessorientiert, zum Beispiel eine Stunde tägliches Schreiben oder wöchentliche Team-Arbeitssitzungen.
Process goals cycle showing how setting routines, tracking progress, and adjusting strategy supports effective long-term research.

Prozessziele in der Praxis umsetzen

Beispiel aus einem aktuellen Projekt: Letzte Woche wurde mir die Leitung eines dreijährigen Projekts mit 500.000 € Budget übertragen.

Es umfasst Forschung, Tool-Implementierung und die Zusammenarbeit mehrerer Personen. Ergebnisziele allein wären abstrakt und wenig hilfreich.

Stattdessen definierten wir konkrete Prozessziele:

  • Ein Kernteam von vier Personen trifft sich einmal pro Woche
  • Diese Stunde dient nicht nur der Diskussion, sondern aktivem Arbeiten am Projekt – eine virtuelle Co-Working-Session
  • Jedes Teammitglied trägt ihren/seinen Teil bei, insgesamt vier Stunden fokussierte Arbeit pro Woche

Dieser Ansatz sorgt für kontrollierbaren, sichtbaren und verlässlichen Fortschritt – unabhängig davon, wie viele Iterationen oder Rückschläge die Forschung beinhaltet.

  • Praxistipp:
    Kurze, regelmäßige, fokussierte Team-Sessions verbessern die Steuerbarkeit komplexer Projekte erheblich. Team Co-Working macht einen echten Unterschied!

Routinen schaffen und feste Zeitblöcke sichern

Um Prozessziele wirksam zu machen, ist es entscheidend, feste Arbeitszeiten zu blocken:

  • Plane feste Stunden im Kalender für Projektarbeit ein
  • Behandle diese Blöcke als exklusive Arbeitszeit, Unterbrechungen minimieren
  • Kleine, regelmäßige Arbeitseinheiten summieren sich über Wochen zu messbarem Fortschritt

Beispiel: 1 Stunde pro Tag → 5 Stunden pro Woche → 20 Stunden pro Monat → greifbarer Fortschritt

Flexibilität kombinieren

Forschung ist unvorhersehbar. Daher sollten Prozessziele flexibel bleiben:

  • Routinen an aktuelle Projektbedürfnisse anpassen
  • Bei Bedarf kurze Sessions hinzufügen
  • Ergebnisziele dienen der Orientierung, Fokus bleibt auf steuerbaren Prozessen

Fazit

Langfristige Forschung wird handhabbar, wenn du:

  • Ergebnisziele als Orientierung nutzen, nicht als Hauptsteuerung
  • Prozessziele definieren, die täglichen oder wöchentlichen Fortschritt sichern
  • Teamstrukturen für effektive Zusammenarbeit einsetzen
  • Verlässliche Zeitblöcke im Kalender reservieren

Dieser Ansatz reduziert Stress, steigert die Verlässlichkeit von Fortschritten und macht große Projekte handhabbar – ohne unrealistische Erwartungen an Ergebnisse.

Viel Erfolg!

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