Langfristige Forschungsprojekte können überwältigend wirken. Egal, wie weit ein Abgabetermin entfernt ist, Arbeit sammelt sich oft bis zur letzten Minute.
Das liegt nicht an fehlender Motivation, sondern an der Komplexität des wissenschaftlichen Arbeitens.
In diesem Artikel erkläre ich, wie der Fokus auf Prozessziele statt auf reine Ergebnisziele dabei hilft, kontinuierlichen Fortschritt zu erzielen – selbst bei mehrjährigen Projekten.
Unterschied zwischen Prozess- und Ergebniszielen
Viele Forschende planen ausschließlich anhand von Ergebniszielen – zum Beispiel, ein Paper in drei Monaten einzureichen. Diese sind sogenannte Lag-Indikatoren: Sie zeigen den Fortschritt erst im Nachhinein.
In der Praxis funktioniert das selten, da Forschung selten linear verläuft.
Prozessziele hingegen sind Lead-Indikatoren: Sie steuern die Schritte, die den Fortschritt direkt vorantreiben – unabhängig vom Endergebnis.
Beispiel: Jeden Tag eine fokussierte Stunde schreiben. Das schafft eine verlässliche Routine, die dein Projekt kontrollierbar voranbringt.

Prozessziele in der Praxis umsetzen
Beispiel aus einem aktuellen Projekt: Letzte Woche wurde mir die Leitung eines dreijährigen Projekts mit 500.000 € Budget übertragen.
Es umfasst Forschung, Tool-Implementierung und die Zusammenarbeit mehrerer Personen. Ergebnisziele allein wären abstrakt und wenig hilfreich.
Stattdessen definierten wir konkrete Prozessziele:
Dieser Ansatz sorgt für kontrollierbaren, sichtbaren und verlässlichen Fortschritt – unabhängig davon, wie viele Iterationen oder Rückschläge die Forschung beinhaltet.
Routinen schaffen und feste Zeitblöcke sichern
Um Prozessziele wirksam zu machen, ist es entscheidend, feste Arbeitszeiten zu blocken:
Beispiel: 1 Stunde pro Tag → 5 Stunden pro Woche → 20 Stunden pro Monat → greifbarer Fortschritt
Flexibilität kombinieren
Forschung ist unvorhersehbar. Daher sollten Prozessziele flexibel bleiben:
- Routinen an aktuelle Projektbedürfnisse anpassen
- Bei Bedarf kurze Sessions hinzufügen
- Ergebnisziele dienen der Orientierung, Fokus bleibt auf steuerbaren Prozessen
Fazit
Langfristige Forschung wird handhabbar, wenn du:
Dieser Ansatz reduziert Stress, steigert die Verlässlichkeit von Fortschritten und macht große Projekte handhabbar – ohne unrealistische Erwartungen an Ergebnisse.
Viel Erfolg!
